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 | 07.01.2009 | 23:00 UTC

UN unterstützen Ägyptens Gaza-Initiative

NEW YORK: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich der ägyptisch-französischen Friedensinitiative für den Gazastreifen angeschlossen. Wie aus New York verlautete, arbeitet das höchste UN-Gremium derzeit an einer unterstützenden Erklärung für eine sofortige befristete Waffenruhe und anschließende Gespräche mit Israelis und Palästinensern. Eine völkerrechtlich verbindliche Resolution zum Krieg im Gazastreifen war zuletzt immer wieder am Veto der USA gescheitert. Israel und die Hamas erklärten, sie berieten noch über die Vorschläge des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und seines französischen Kollegen Nicolas Sarkozy. Genaue Details und Bedingungen für die angestrebte Waffenruhe sind noch nicht bekannt.

Erstmals kurze Feuerpause im Gaza-Krieg

GAZA-STADT:  Erstmals seit Beginn der israelischen Militäroffensive vor knapp zwei Wochen haben im Gazastreifen für drei Stunden weitgehend die Waffen geschwiegen. Wegen des wachsenden internationalen Drucks stellte Israel die Kampfhandlungen vorübergehend ein, um Hilfe für die notleidende palästinensische Bevölkerung zu ermöglichen. Auch die radikal-islamische Hamas hielt sich an die Feuerpause.  Israel stellte für die kommenden Tage weitere Kampfpausen in Aussicht. Unterdessen hat die Luftwaffe aber ihr Bombardement von Tunnelsystemen zum Schmuggel von Waffen an der Grenze zu Ägypten wieder aufgenommen. Die Zahl der palästinensischen Todesopfer erreichte inzwischen 700. Etwa die Hälfte seien Frauen und Jugendliche unter 18 Jahren, berichten die Vereinten Nationen.

Vertreter des Vatikan vergleicht Gazastreifen mit Konzentrationslager

ROM: Der Menschenrechtsbeauftragte des Vatikan, Kurienkardinal Renato Martino, hat den Gazastreifen mit einem Konzentrationslager verglichen. Die Bedingungen in dem Palästinensergebiet ähnelten zusehends einem großen KZ, sagte Martino der Online-Zeitung "Il Sussidiario".  Die Konfliktparteien folgten egoistischen Interessen, was zu Hass auf den anderen, Armut und Ungerechtigkeit führe. Leidtragende sei stets die Zivilbevölkerung. Israel wies den Vergleich zurück. Martinos Äußerungen schienen "direkt der Hamas-Propaganda" entnommen, erklärte das Außenministerium. Zudem ignoriere der Kardinal die unzähligen Verbrechen der Hamas. Papst Benedikt XVI. hatte die Konfliktparteien mehrmals zu einem Ende der Gewalt und zum Dialog aufgerufen.

Probleme nach Gasliefer-Stopp in Europa

MOSKAU: Der völlige Stopp der Gaslieferungen aus Russland durch die Ukraine nach Europa hat in zahlreichen Ländern für große Probleme gesorgt. Auf dem Balkan fielen bei zehntausenden Menschen die Heizungen aus. In Bulgarien schlossen Schulen und Kindergärten. Die Slowakei und Ungarn reduzierten die Gaslieferungen an die Industrie. Kroatien rief den Notstand aus. Die deutschen Energiekonzerne versicherten, die Versorgung von Bürgern und Wirtschaft sei trotz der ausbleibenden Lieferungen derzeit gesichert. - Russland und die Ukraine gaben sich gegenseitig die Schuld an dem Lieferausfall. Auf Drängen der EU und von Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmten beide Länder dem Einsatz unabhängiger Experten zu, die die Ursache der Lieferblockade untersuchen sollen. Am Donnerstag werden die Spitzen der Gaskonzerne beider Länder in Brüssel mit führenden EU-Vertretern zusammenkommen.

Wirtschaftskrise belastet Arbeitsmarkt

NÜRNBERG: Die Wirtschaftskrise hat jetzt auch auf den Arbeitsmarkt übergegriffen. Wie der Chef der Nürnberger Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, mitteilte, stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember um 114.000 auf 3,102 Millionen. Die Arbeitslosenquote legte um 0,3 auf 7,4 Prozent zu. Ein wichtiger Indikator für den Abschwung auf dem Arbeitmarkt sei der erhebliche Anstieg der Zahl der Kurzarbeiter, so Weise weiter. Im Dezember wurde für 400.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld beantragt, im November erst für 164.000.

Koalition plant Rettungsschirm für Betriebe

BERLIN: Nach dem 500-Milliarden-Rettungsschirm für Banken prüft die große Koalition jetzt die Errichtung eines Schutzschirms für Unternehmen. Im Gespräch seien staatliche Bürgschaften in einer Gesamthöhe von einhundert Milliarden Euro, bestätigte Unions-Fraktionschef Volker Kauder dem 'Bonner General-Anzeiger'. Die Mittel sollten den Unternehmen angesichts der Zurückhaltung der Banken helfen, Kredite zu bekommen.

USA erwarten Staatsdefizit von 1,2 Billionen Dollar

WASHINGTON: Der US-Rechnungshof erwartet für das laufende Haushaltsjahr ein Rekord-Defizit von 1,2 Billionen Dollar. Dieser Fehlbetrag im Staatsbudget entspräche mehr als acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes, hieß es in Washington. Noch nicht enthalten ist das auf rund 775 Milliarden Dollar geschätzte staatliche Konjunkturpaket, das der neue Präsident Barack Obama nach seinem Amtsantritt in zwei Wochen durchsetzen will. Billionen-Defizite, so erwartet dieser, blieben auch bei wirtschaftlicher Erholung in den kommenden Jahren Realität.

Merckle-Firmen erhalten Kredite von Banken

ULM: Die in Finanznöten steckende Firmengruppe der Unternehmer-Familie Merckle ist vorerst gerettet. Zwei Tage nach dem Selbstmord von Firmenchef Adolf Merckle stellten die Banken einen Überbrückungskredit zur Verfügung. Er hat nach Agenturberichten ein Volumen von 400 Millionen Euro. Der zum Merckle-Imperium gehörende Arzneimittelhersteller Ratiopharm soll verkauft werden. - Merckle hatte bei Spekulationen mit VW-Aktien Millionenverluste erlitten. Der 74-jährige Unternehmer hatte sich am Montagabend das Leben genommen.

Kein Prozess gegen mutmaßlichen SS-Mörder

AACHEN: Der Prozess gegen einen mutmaßlichen SS-Mörder vor dem Landgericht Aachen kommt nicht zustande. Der 87-Jährige sei aus Gesundheitsgründen nicht verhandlungsfähig,  teilte das Gericht mit. Das Verfahren gegen den in der Nähe von Aachen lebenden Mann wäre einer der letzten Kriegsverbrecherprozesse in Deutschland gewesen. Dem Mann wird vorgeworfen, 1944 in den Niederlanden drei Menschen ermordet haben.

Neuer Präsident in Ghana vereidigt

ACCRA: In Ghana ist der bisherige Oppositionspolitiker John Atta-Mills als neuer Präsident vereidigt werden. Der 64-Jährige hatte die Stichwahl um die Präsidentschaft Ende Dezember mit knappem Vorsprung gewonnen. An der Vereidigung auf dem größten Platz der ghanaischen Hauptstadt Accra nahmen auch mehrere afrikanische Staatschefs teil. - Ghana gilt als Musterdemokratie in Afrika.

Schiiten feiern Aschura-Fest in Kerbela

KERBELA: Hunderttausende moslemische Pilger haben im irakischen Kerbela den Höhepunkt des schiitischen Aschura-Festes gefeiert. Knapp zwei Millionen Gläubige halten sich nach offiziellen Schätzungen in der Stadt 110 Kilometer südlich von Bagdad auf. Zum Schutz vor Anschlägen am höchsten Feiertag der Schiiten sind 30.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. - Mit dem Aschura-Fest gedenken die Schiiten des Todes von Imam Hussein, einem Enkel des islamischen Religionsstifters Mohammed, in der Schlacht bei Kerbela im Jahre 680.

Das Wetter in Deutschland: Meist kalt und trocken

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nachts in der Mitte bis zur Donau und im Westen wechselnd bis stark bewölkt, aber kaum noch Schnee. Sonst meist locker bewölkt oder klar und trocken. Tiefsttemperaturen minus drei bis minus zwölf Grad.


Die Vorhersage für Donnerstag: Im Norden dicht bewölkt oder neblig-trübe. Örtlich etwas Niesel oder Schnee. Sonst längere Zeit sonnig und trocken. Tagestemperaturen in Küstennähe leicht im Plus, sonst minus ein bis minus sieben Grad.

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